Eine ADHS-Diagnose ist kein Urteil – sie ist der Beginn eines Weges. Moderne Behandlungskonzepte sind individuell, multimodal und wirksam. Ich erkläre Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt und wie wir gemeinsam den besten Weg für Ihr Kind finden.
Die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen bei ADHS einen multimodalen Ansatz: Das bedeutet, verschiedene Behandlungsbausteine werden individuell kombiniert. Es gibt keine Einheitslösung – was für ein Kind optimal ist, hängt vom Alter, der Schwere der Symptome, den Stärken und dem familiären Umfeld ab.
Der erste und wichtigste Schritt: Kind und Eltern verstehen, was ADHS ist und was es nicht ist. Dieses Wissen verändert die Perspektive – und entlastet alle Beteiligten erheblich. Viele Familien berichten, dass allein das Verstehen der Diagnose eine große Erleichterung bringt.
Kognitive Verhaltenstherapie hilft Kindern, Strategien zu entwickeln, um mit Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, Impulsivität und Frustration besser umzugehen. Eltern lernen in begleitenden Sitzungen, wie sie ihr Kind unterstützen können, ohne in Machtkämpfe zu geraten.
Strukturierte Elterntrainings (z. B. THOP, Stepping Stones) vermitteln konkrete Strategien für den Alltag: Wie gestalte ich Hausaufgabensituationen? Wie setze ich klare Grenzen? Wie stärke ich das Selbstwertgefühl meines Kindes? Diese Trainings sind wissenschaftlich gut belegt.
Ich arbeite eng mit Schulen zusammen und kann Nachteilsausgleiche empfehlen (z. B. verlängerte Prüfungszeiten, Sitzplatz vorne). Ein schriftlicher Befundbericht erleichtert die Kommunikation mit Lehrkräften und Schulbehörden erheblich.
Bei mittelschwerer bis schwerer ADHS kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Stimulanzien wie Methylphenidat (z. B. Ritalin, Concerta) oder Amphetamine sind bei ADHS gut erforscht und wirksam. Die Entscheidung für eine Medikation treffe ich immer gemeinsam mit Ihnen – nach sorgfältiger Abwägung und ausführlicher Aufklärung.
Ergotherapie kann helfen, Alltagskompetenzen und Selbstorganisation zu verbessern. Lerntherapie ist besonders sinnvoll, wenn zusätzlich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche vorliegt.
ADHS zeigt sich bei jedem Kind anders. Manche Kinder sind vor allem unaufmerksam und träumerisch (ADS ohne Hyperaktivität), andere sind impulsiv und motorisch unruhig. Manche haben zusätzlich Angststörungen, Lernstörungen oder emotionale Schwierigkeiten.
Deshalb entwickle ich für jedes Kind einen individuellen Behandlungsplan – basierend auf der ausführlichen Diagnostik, den Stärken und Schwächen des Kindes und den Ressourcen der Familie. Ich begleite Sie langfristig und passe den Plan bei Bedarf an.
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